Hundehaufen

October 2009

Jeder einzelne Hundehaufen auf den Straßen und in den Parkanlagen der Stadt ist ein Hinweis mehr auf die dauerhafte Einsamkeit eines Einwohners. – Es gibt zahllose Hundehaufen hier. Deshalb stinkt die Stadt im Sommer auch vor Einsamkeit. Jetzt, im Herbst, ist es schon besser, nicht die Einsamkeit, aber wenigstens der Gestank. – Dass manche Hundebesitzer die Scheiße ihrer Hunde aufsammeln, in Plastikbeutel packen und diese dann wahlweise korrekt entsorgen oder ein paar Meter weiter einfach wieder auf den Boden schmeißen, lässt sie noch einsamer wirken. Am Verzweifeltsten und am Einsamsten erscheinen aber Männer mit großen Hunden, die am Flußufer neben ihren Hunden sitzen und den Arm um sie legen. Es ist sicherlich anzunehmen, dass das nicht nur für den Vorbeischlendernden den Anschein eines Ersatzpartners erweckt. – So rücksichtslos der Hundebesitzer ist, der den Haufen seines Hundes nicht aufsammelt, so wenig Selbstachtung hat derjenige, der genau das tut. Und all diejenigen, die keinen Hund haben, leiden unter beiden Hundebesitzer-Typen gleich. Egal, ob die ohne Hund nun auch einsam sind oder nicht. Am Besten wäre es doch, alle Hunde in der Stadt zu verbieten. Dann würde zum Einen die Einsamkeit nicht zum Himmel stinken, zum Anderen aber müsste sich vor allem jeder entscheiden, ob er sich in der Stadt seiner Einsamkeit ohne Hund stellt oder lieber auf’s Land zieht und mit Hund vor ihr flieht.

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